
Hubert Neuper: „Mein Team hat den Härtetest für die Skiflug-WM bestanden!“
Skiflug-Weltcup extrem. Am Samstag konnte geflogen werden, Sonntag war der Wind zu stark. Der Wettkampf musste um 13.15 Uhr vor 5.240 unerschrockenen Fans, die zum Kulm gepilgert waren, abgesagt werden. Die Wetterkapriolen brachten die Organisatoren „an die Grenzen des Machbaren“. Warum Kulm-Chef Hubert Neuper dennoch positive Bilanz zieht und was sich bis zur Skiflug-WM 2016 alles ändern wird.
„Mein Team ist an die Grenzen des Machbaren gekommen. Und es hat den Härtetest für die Skiflug-WM bestanden. Denn ich bin sehr glücklich, dass wir hier überhaupt springen konnten. Auf der Tauplitz gab es Sturmböen über 100 km/h. Gut, dass der Kulm so geschützt liegt“, sagt Kulm-Chef Hubert Neuper.
24 Stunden Regen, 10 Grad plus am Freitag und Samstag, Sonntag starker Wind, Schnee und Regen: extremer geht’s kaum noch. Am Sonntag wurden 130 Kubikmeter Schnee mit 4 LKW von der Tauplitz für die Anlaufspur angekarrt. Es wurde rund um die Uhr an der Schanze gearbeitet. Die Anlaufspur und die gesamte Schanzenanlage konnte jedenfalls an allen Tagen wettkampftauglich gemacht werden. „Das spricht für das tolle Team am Kulm und stimmt uns zuversichtlich für die WM. Es gab aufgrund des großen Einsatzes aller Beteiligten wenigstens einen attraktiven und informativen Wettkampf, gegen das Wetter waren wir alle am Sonntag machtlos“, streute ÖSV-Generalsekretär Dr. Klaus Leistner den Kulm-Organisatoren Blumen.
Neuper: „Als wir am Samstag um 4 Uhr morgens zur Schanze gekommen sind, hat es ausgesehen, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Die Anlaufspur war komplett ausgewaschen. Doch nach 4 Stunden haben wir diese Probleme in den Griff bekommen. Danke an mein Kulm-Team, es ist phantastisch, dass ihr uns dieses Fliegen ermöglicht habt!“
Was wird sich bis zur Skiflug-WM in 368 Tagen vom 14.-17.1.2016 am Kulm noch tun? Neuper: „Wir werden das von unten aus gesehen rechte Windnetz um 50 Meter verlängern. Außerdem ist die Flugbahn zu hoch, deshalb werden wir den Vorbau um 2 bis 3 Meter anheben.“
Eine weitere Frage sei, wie man mit dem Dreck bei Plusgraden umgehe. Neuper: „Da überlegen wir, ob wir Depots mit Hackschnitzel anlegen. Die werden aber wieder bei Minustemperaturen zu einem Problem, wegen der Rutschgefahr.“
Der Kulm-Spirit bleibt ungebrochen. Neuper: „Es gibt viele Dinge, die wir noch verbessern können. Das wichtigste haben wir aber auch diesmal erreicht. Wir haben Menschen für das Skifliegen begeistert und sie sind wieder zu Zehntausenden hierhergekommen, um die Freude an diesem wunderschönen Sport mit den Athleten zu teilen. Und genau darum geht es uns hier am Kulm.“
Zahlen, Daten, Fakten
1,8 Millionen Euro Gesamtbudget, 5.248 Kubikmeter Schnee aus vier Kanonen (70 %) und Naturschnee (30 %) auf der Schanzenanlage, 170 Freiwillige beim Schanzen-Rutschkommando, mehr als 500 Feuerwehr-Leute im Einsatz bei Auf- und Abbau, mehr als 3000 Menschen wurden pro Tag vom Kulm-Catering-Team (120 Mitarbeiter, darunter Schülerinnen und Schüler aus der Tourismusschule Bad Gleichenberg) in vier verschiedenen Zelten verköstigt, 4 Tonnen Lebensmittel und 60.000 Stück Gebäck wurden verarbeitet.








