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Kulm United-Denkwerkstatt: Gemeinsame Grenzgänge

IMG 8122Geist ist geil, Teil 2. Hubert Neuper und sein Team gaben am Donnerstag den Startschuss zur Kulm United-Denkwerkstatt mit einer Podiumsdiskussion mit Prof. Peter Schröcknadel zum Thema „Zukunft des Wintersporttourismus“. Samstag diskutierten Spitzensportler mit Top-Sportmedizinern. Mit dabei Paralympics-Champion Thomas Geierspichler, Extremsportler Wolfgang Fasching, Sportmanager Ronnie Leitgeb und ÖSV-Arzt Dr. Jürgen Barthofer.

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Prominent besetztes Podium und prominente Gäste wie Dr. Franz Unger (Ski Alpin), Univ.-Prof. Dr. Reinhard Weistabl (betreute und operierte unter anderem Tennis-Legende Steffi Graf) und Trainer-Guru Gunnar Prokop als interessierte Zuhörer und Mitdiskutanten. Die zweite Veranstaltung der von Kulm-Chef Hubert Neuper initiierten Denkwerkstatt war ein gedanklicher Grenzgang zum Thema Spitzensport und Sportmedizin.

„Vertrauen ist das entscheidende Wort, das hier schon öfter gefallen ist“, brachte Ronnie Leitgeb die Statements von Wolfgang Fasching, Thomas Geierspichler und Jürgen Barthofer (im Bild unten von links nach rechts), auf den Punkt. „Zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Hier ist die Akut- und Notfallmedizin mittlerweile auf einem sehr hohen Standard.“

Auf mentaler Ebene stecke das größte Potenzial, sagte Leitgeb und verwies auf das berühmte Beispiel Thomas Muster, den er nach seinem Autounfall in Miami, mit ungewöhnlichen Maßnahmen (er ließ einen Stuhl für Muster bauen auf dem dieser mit Gips am Tennisplatz im Sitzen Schlagtraining machen konnte) aus einer Akut-Depression holte. „Tom war nach dem Unfall stärker als davor. Das war in erster Linie eine mentale Frage.“KulmUnited Leitgeb Fasching Geierspichler 500px

Mentaler Zustand und maximale Belastung stünden in messbarem Zusammenhang. „Wer einen Streit mit seinem Partner in der Früh hat, reduziert seine Maximalkraft im Training am Nachmittag, die Belastungsmöglichkeit lässt einfach nach. Das ist durch Messungen nachweisbar.“

Trainer-Philosoph Baldur Preiml habe gesagt, dass grundsätzlich jeder Sportler 100 Prozent Bewusstsein habe. „Die Frage ist, wieviel lässt er sich von der Umwelt abschneiden. Denn diese Bewusstseins-Beschneider sitzen überall.“

Barthofer stimmte dem voll zu: „Felix Gottwald hat das ebenfalls bewiesen, als er 3 Wochen nach einem Schlüsselbeinbruch wieder gestartet ist und gewonnen hat. Da sieht man, welche Rolle der mentale Aspekt spielt.“ Dennoch sei es ein schmaler Grat auf dem ein Arzt wandle. „Revers gibt es nicht. Ich muss den Athleten gesund an den Start schicken. Ich denke, man muss den Athleten als Netzwerk betreuen, nie nur auf eine Expertenmeinung hören. Diese Teamarbeit und diese gemeinsamen Grenzgänge sind auch das spannende an der Sportmedizin.“