
Thomas Morgenstern im Kulm-Talk
Zwölf Monate nach seinem Sturz am Kulm wird Thomas Morgenstern von 9. bis 11. Jänner 2015 beim FIS Skiflug Weltcup in Tauplitz/Bad Mitterndorf dabei sein – als Besucher.
Der 10. Januar 2014, die Skiflugschanze am Kulm. Thomas Morgenstern schlittert nach einem schweren Sturz bewusstlos über den Auslaufhang. Schweres Schädelhirntrauma. Intensivstation. Acht Monate später posiert der dreimalige Olympiasieger vor der sommerlichen Skiflug-Anlage in Bad Mitterndorf, die gerade umgebaut wird. „Ein Wiedersehen mit Gänsehaut.“ Dazwischen: Silber bei Olympia in Sotschi. Am 26. September um Punkt 12:00 Uhr fällt im Salzburger Hangar-7 der Satz, der Thomas Morgensterns neues Leben einläutet: „Ich werde meine sportliche Laufbahn beenden."
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Welche Emotionen löst der Gedanke an den Kulm aus?
Gänsehaut! Mit dem Kulm verbindet mich sehr viel. Mein Sturz hat mich neu geprägt und verbindet mich mit der Schanze. Danach war ich im Zuge von Werbeaufnahmen dort und habe alles nochmal angeschaut. Ich habe keine Erinnerungen an den Sturz, konnte nur visualisieren, wie es war. Mittlerweile geht´s mir gut damit. Der Kulm wird immer etwas Besonderes bleiben.
Du wirst beim Weltcup von 9. bis 11. Jänner 2015 am Kulm als Besucher dabei sein. Spürst du eine Vorfreude?
Ich freue mich darauf. Zum Zuschauen wird es noch spektakulärer, wenn viele Sprünge über 200 Meter gehen. Mit einem Auge werde ich aber weinen, weil ich nie mehr dort springen kann und nicht wissen werde, wie sich die Schanze nach dem Umbau anfühlt und verändert hat. Ich bereue aber nicht, dass ich zurückgetreten bin. Ich habe viel mehr Zeit für mich selber, meine Familie und Tochter. Das ist schön und gut.
Nach dem Umbau nennt sich der Kulm größte Flugschanze der Welt (Hillsize: 225 Meter). Was hältst du persönlich davon, dass es immer höher, schneller, weiter geht?
Die Entwicklung ist unaufhaltsam. Man geht immer weiter an die Grenze und jeder will weiterkommen im Leben – vor allem im Sport. Ich bin kein Gegner, dass die Schanzen größer werden. Ich glaube nicht, dass es gefährlicher wird, wenn man 20 Meter weiter springt oder nicht. Die Geschwindigkeit im Skifliegen bleibt dieselbe, der Luftstand wird sogar geringer. Es gibt sowieso Regelungen der FIS. (Interview: Marlies Czerny / OÖN)








